Rückblick 2015

Rückblick 2015

    

4. INTERNATIONALES SYMPOSIUM RESTRUKTURIERUNG

Mit der ausgebuchten Jahreskonferenz 2015, dem 4. Internationalen Symposium Restrukturierung, am 02. Oktober 2015 an der Fachhochschule Kufstein durften wir 400 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz begrüßen. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hat das Institut für Grenzüberschreitende Restrukturierung sowie dessen Sponsoren und Partner. Hochkarätige Referentinnen und Referenten diskutierten mit dem Fachpublikum zum Rahmenthema Ohne Strategie kein Turnaround. Gastgeber und Moderator der Veranstaltung war Professor (FH) Dr. Markus W. Exler, Leiter des Instituts für Grenzüberschreitende Restrukturierung. Maßgeblich unterstützt wurde dieser inzwischen etablierte grenzüberschreitende Branchentreff von den Premiumpartnern Angermann M&A International AG, Kanzlei Breiter Ponzer, Lecon Insolvenzverwaltung, MATURUS Finance GmbH, NetBid Industrie-Auktionen AG, Nord Leasing GmbH, Quest Consulting AG, SCWP Schindhelm und Tyrol Equity AG.

   

        


Die Jahreskonferenz 2015 wurde im INDAT-Report (Ausgabe 8 vom 05.11.2015, S. 28 - 31) mit dem Titel Restrukturierung an der Kapazitätsgrenze besprochen.
     

Ein ausführlicher Nachbericht zu den einzelnen Schwerpunktthemen ist in der KSI (Ausgabe 11/6, S. 273 - 278) mit dem Titel Aktuelle Schwerpunktthemen der Krisen- und Restrukturierungsberatung zu finden.
   

    

Schirmherrschaft

Martin Krumschnabel, Bürgermeister der Stadt Kufstein

"Das große Interesse an der letztjährigen Jahreskonferenz zum Thema Restrukturierung war den Veranstaltern natürlich Auftrag, dieses Symposium auch im heurigen Jahr wieder durchzuführen. Ich darf Sie dazu im Namen der Stadt Kufstein herzlich bei uns willkommen heißen und wünsche allen Teilnehmern und Vortragenden interessante Tage und einen angenehmen Aufenthalt in Kufstein."

  

Vorträge

Der Gastgeber - Eröffnung der Jahreskonferenz 2015
Professor (FH) Dr. Markus W. Exler, Institut für Grenzüberschreitende Restrukturierung
Programmflyer
   
Die Jahreskonferenz 2015 startete mit dem Eröffnungsvortrag von Herrn Dr. Kai Hudetz mit den Herausforderungen des deutschen und österreichischen Einzelhandels. Im Themenblock Insolvenzrechtliche Aspekte wurden von Herrn Dr. Oliver Plöckinger insbesondere die ab dem 01. Januar 2016 in Kraft tretenden Änderungen zur Untreue im österreichischen Strafrecht besprochen. Herr Detlef Specovius stellte dem Auditorium den Diskussionsstand zum Konzerninsolvenzrecht in Deutschland vor, bevor Klaus Siemon den Blick ins US-amerikanische Chapter 11 eröffnete. Abgeschlossen wurde der Vormittag von Herrn Hans Joachim Weidtmann mit dem Themenbereich außergerichtliche Sanierung aus der Sicht der Kreditinstitute.

    
Mit der Keynote - "Agenda Zukunft" für Kreditinstitute eröffnete Herr Dr. Gunter Dunkel den Management Dialog am Nachmittag. Im anschließenden Experten Talk mit der Wirtschaftspsychologin Frau Sabine Siegl, dem Sanierer & Investor Dr. Erhard Grossnigg, dem Finanzierer Carl-Jan von der Goltz sowie den Referenten Dr. Hudetz und Dr. Dunkel wurde der Fokus auf die Veränderungen von Geschäftsmodellen gerichtet. Ein nachhaltiger Turnaround sowie eine langfristige Renditesicherung von Unternehmen wird nur gelingen können, wenn der Vielfach zitierte Business Case tragfähig ist. Schlagworte wie Handel 4.0, Digitalisierung bzw. die Tatsache, dass es eine nicht unerhebliche Anzahl von mittelständischen Unternehmen gibt, die im digitalen Zeitalter noch nicht oder nur sehr rudimentär angekommen sind oder auch die ganz eigene Bedürfnisstruktur der so genannten Generation Y waren die besprochenen Themen.

    

Eröffnungsvortrag

Alles online oder was? Geschäftsmodelle im deutschen und österreichischen Einzelhandel im digitalen Zeitalter
Dr. Kai Hudetz, IFH Institut für Handelsforschung GmbH, Köln
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Die Digitalisierung stellt den stationären Einzelhandel vor enorme Herausforderungen, so Dr. Hudetz. Zum einen nutzen immer mehr Konsumenten immer häufiger die Möglichkeiten des Online-Einkaufs; in einzelnen Produktkategorien wird bereits jeder dritte Euro online ausgegeben. Zum anderen informieren sich Konsumenten zunehmend auch dann im Internet, wenn sie anschließend stationär einkaufen. Traditionelle Geschäftsmodelle des Einzelhandels müssen um Online-Angebote ergänzt werden, um den Kunden von heute und vor allem von morgen zu erreichen und zu binden. Akzentuiert wurde insbesondere die „Multi-Channel“ Fähigkeit des Handels, Formate zu entwickeln, die ein sinnvolles Miteinander des stationären Geschäfts mit den Online-Möglichkeiten ermöglichen. Auch der Trend einer zunehmenden Erlebnisorientierung des Einkaufs kann beobachtet werden. Die Grenzen zwischen Online-Handel und stationärem Einzelhandel verschwimmen zunehmend. Die Verknüpfung von online und offline wird daher zum zentralen Erfolgsfaktor für den Einzelhandel der Zukunft.

         

        

Insolvenzrechtliche Aspekte

Strafrechtliche Verfolgung von Managemententscheidungen in der Krise
Dr. Oliver Plöckinger, SCWP Schindhelm, Linz
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Von LIBRO über Styrian Spirit, Telekom bis hin zur Hypo Alpe Adria oder auch das Insolvenzverfahren von Schlecker in Deutschland – die großen Wirtschaftsprozesse der vergangenen Jahre machen deutlich, dass unternehmerisches Handeln - gerade in der Krise - immer mehr auf dem Prüfstand der Strafgerichte steht. Dr. Plöckinger führte aus, das  Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie Geschäftsführer verstärkt in das Fadenkreuz der Justiz geraten und Unternehmen zu Strafzahlungen in Millionenhöhe verurteilt werden. Skizziert wurden die ab 01.01.2016 in Kraft tretenden Änderungen des österreichischen § 153 StGB, welche den Tatbestand der Untreue erfassen. Auch hat sich der Gesetzgeber in Österreich mit der Business Judgement Rule, ein gesetzlich verankertes Haftungsprivileg zu Gunsten von Vorständen und Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften, an internationale Standards angeglichen.
  

    
 

Neues zum Konzerninsolvenzrecht
Detlef Specovius, Schultze & Braun, Achern
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Der seit dem im Frühjahr 2014 von der deutschen Bundesregierung verabschiedete Kabinettsentwurf für ein Gesetz zur Erleichterung der Bewältigung einer Konzerninsolvenz, als nunmehr dritten und letzten Schritt einer umfassenden Reform des deutschen Insolvenzrechts nach dem schon am 01.03.2012 in Kraft getretenen Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG), hatte der Vortrag von Herrn Specovius das Ziel, den aktuellen Diskussionsstand darzustellen. Neben der Installierung eines so genannten Koordinationsverwalters, dessen Rolle und Funktion den Beteiligten in einem Konzerninsolvenzverfahren nicht unbedingt einleuchtend ist, hat der Gesetzgeber die Zusammenlegung der Insolvenzmassen sowie das Verschmelzen der Verbindlichkeiten zur Gläubigerbefriedigung nicht vorgesehen.

   
   

Der Blick in die USA, das Chapter 11 aus der europäischen Perspektive
Klaus Siemon, Anwaltskanzlei Siemon, Düsseldorf
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Chapter 11 ist schuldnerorientiert, aber vor allem geht es darum, das Geschäftsmodell effektiv am Leben zu erhalten. Who runs the show? fragt Elizabeth Warren, wenn sie die Eigenverwaltung erklärt und sie meint: Wer kann das Geschäft in der Insolvenz am besten führen, um Werte für alle Stakeholder zu erhalten? Die Führung in der Insolvenz diskutiert aktuell die weltweit beste Analyse des Insolvenzgeschehens durch den Final Report der ABI Commission zur Reform des Chapter 11. Im Detail führt Herr Siemon aus, dass das Forum Shopping zum Wettbewerb der US-Insolvenzgerichte führt, dass keine eigentliche Sanierung stattfindet und die Verfahren sehr teuer sind, demzufolge i.d.R. nur für größere Unternehmen zur Anwendung kommen können. Mit Reflexion nach Europa, insbesondere Deutschland ergänzt Siemon, dass im Eigenverwaltungsverfahren eine übertragende Sanierung und ein M&A Prozess überhaupt nicht stattfindet und es auch keinerlei gesetzliche Regelungen und Verkaufsstandards gibt, außer dass der Liquidationswert nicht unterschritten werden darf.

   

  

Das Agieren von Kreditinstituten in der außergerichtlichen Unternehmenssanierung
Hans Joachim Weidtmann, Commerzbank AG, Frankfurt
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Im Vortrag von Herrn Weidtmann wurden einleitend die zunehmenden regulatorischen Anforderungen sowie die immer komplexer werdenden Gläubigerstrukturen herausgestellt. Trotz der in den letzten Jahren in Europa und insbesondere auch in Deutschland verschiedenen Gesetzesinitiativen, die das Insolvenzverfahren entstigmatisieren und die Restrukturierung eines Unternehmens mit Hilfe des Insolvenzrechtes erleichtern und unterstützen sollten, wird nach wie vor ganz überwiegend der außergerichtlichen Sanierung von Unternehmen der Vorzug zu geben sein, ist doch eine Insolvenz unverändert häufig mit Planungs-(rest-)risiken und einer Wertevernichtung verbunden. Hat doch der Gesetzgeber in Deutschland die Entschuldung von Unternehmen innerhalb eines Insolvenzverfahrens vorgesehen, wurde mit abschließender Frage die Notwendigkeit eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens angesprochen. Analog des jetzt häufiger in die Diskussion gebrachten Scheme of Arrangements könnte ein gerichtliches Verfahren für den Schuldner wesentlich früher an Attraktivität gewinnen und evtl. auch auf einzelne Gläubigergruppen beschränkt werden. Auf europäischer Ebene ist das Bemühen erkennbar, über die EuInsVo den Ansatz einer vorinsolvenzlichen Sanierung zu formulieren.

         

   

     

Management Dialog

Keynote - "Agenda Zukunft" für Kreditinstitute
Dr. Gunter Dunkel, Norddeutsche Landesbank, Hannover
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Noch leben viele Kreditinstitute von den Früchten der Vergangenheit, von Geschäften aus Zeiten mit auskömmlichen Margen, so einleitend Dr. Dunkel. Aber, durch Niedrigzinsen und regulatorische Zusatzkosten verdienen die meisten Banken und Sparkassen ihre Kapitalkosten nicht. Praktisch alle Kreditinstitute werden ihr Geschäftsmodell teilweise radikal ändern müssen. Fokussierung auf Stärken mit denen Erträge mit Kunden gesteigert werden können, rigides Kostenmanagement und ein auf Diversifikation und Disziplin ausgelegtes Risikomanagement sind die zentralen Herausforderungen. Höhere Eigenkapitalanforderungen (bei allerdings wegen der Niederigzinsphase tendenziell sinkenden Kosten des Eigenkapitals) sowie ein höherer Wettbewerbsdruck außerhalb von Spezialsegmenten, erhöhen die Hürden zu nachhaltigen Modellen. Diese Rahmenbedingungen schaffen jede Menge Chancen, wenn hohe Marktanteile oder Spezialisierung Kernelemente der Strategie sind!

    

   

Experten Talk: Nachhaltige Geschäftsmodelle und zukünftige Formen des Arbeitens 

  • Dr. Gunter Dunkel, Norddeutsche Landesbank, Hannover
  • Professor (FH) Dr. Markus W. Exler, Institut für Grenzüberschreitende Restrukturierung
  • Dr. Erhard F. Grossnigg, E. F. Grossnigg Finanzberatung und Treuhandgesellschaft mbH, Wien
  • Dr. Kai Hudetz, IFH Institut für Handelsforschung GmbH, Köln
  • Sabine Siegl, Gideon GmbH, Potsdam
  • Carl-Jan von der Goltz, Maturus Finance GmbH, Hamburg
       

Da bei Restrukturierungs- und Sanierungsvorhaben, auch unter der Berücksichtigung in Sanierungsgutachten wie bspw. dem IDW S 6 neben der Pflicht der Liquiditätssicherung die Kür des Nachweises einer Wettbewerbs- und Renditefähigkeit folgen bzw. die Frage nach zukunftsfähigen Branchen und Investitionen beantwortet werden sollte, wurde in der Expertenrunde die Veränderungen im Einzelhandel und bei den Kreditinstituten sowie zukünftige Formen des Arbeitens aufgegriffen. 

Nach dem Überreichen der Gastgeschenke für die Referenten konnten die Teilnehmer auf eine gelungene Jahreskonferenz 2015 zurückblicken. Ein Wiedersehen könnte es im nächsten Jahr am 07. Oktober 2016 beim 5. Internationalen Symposium Restrukturierung an der Hochschule in Kufstein geben.

        

   

Sponsoren

Wir bedanken uns bei allen Partnern der Jahreskonferenz 2015, insbesondere bei den Premiumpartnern Angermann M&A International AG, Hamburg, Kanzlei Breiter Ponzer, Holzkirchen, Lecon Insolvenzverwaltung, München, MATURUS Finance GmbH, Hamburg, NetBid Industrie-Auktionen AG, Hamburg, Nord Leasing GmbH, Hamburg, Quest Consulting AG, Rosenheim, SCWP Schindhelm, Wels, Tyrol Equity AG, Innsbruck sowie bei den Förderern ABIT GmbH, Meerbusch, Comindo Creditmanagement GmbH, München, Interim-x.com, München sowie den Verbänden BDU-Fachverband Sanierungs- & Insolvenzberatung, DDIM-Dachverband Deutsches Interim Management, ReTurn Forum für Restrukturierung & Turnaround und Verband zur Förderung der Wirtschaftspsychologie.

                        

Sollten Sie Interesse haben, bei der Jahreskonferenz 2016 als Sponsor aufzutreten, würden wir uns über eine frühzeitige Kontaktaufnahme freuen.       

Die nächste Gelegenheit bei diesem grenzüberschreitenden Format, am Tor der Kitzbüheler Alpen, Interessantes zu erfahren sowie lebhafte Diskussionen und anregende Gespräche mit Fachkollegen zu führen ist beim 5. Internationalen Symposium Restrukturierung am 07. Oktober 2016.

Mit dem Eintrag in unsere unverbindliche Registrierung können Sie sich bereits jetzt Ihre Teilnahme für 2016 sichern. Wir würden uns unmittelbar vor der Programmveröffentlichung im Frühjahr 2016 mit Ihnen in Verbindung setzen, damit Sie sich dann exklusiv anmelden können.

STIMMEN EINZELNER TEILNEHMER

    

"Vielen Dank für die sehr gelungene Veranstaltung. Interessante Vorträge, ausgezeichnete Networking-Möglichkeiten, perfekte Organisation und wunderbares Ambiente. Ich freue mich auf Ihr Symposium im nächsten Jahr."
Dr. Thomas Bucksteeg, BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH, München
    
„Komplimente Prof. Exler und seinem Team! Das Symposium 2015 war eine rundum gelungene Veranstaltung: ansprechende und abwechslungsreiche Vorträge von hochqualifizierten Rednern, auf erfrischende Weise präsentiert, und dies alles in einem sympathischen Ambiente mit zahlreichen Gelegenheiten zum Networking.“
Avv. David Covi LL.M.Eur, Anwaltssozietät Gerhart Gostner & Partner, Bozen (I)
     
Als Fachmedienvertreter mit der redaktionellen Verantwortung für eine Reihe von Fachzeitschriften nehme ich sehr häufig an Symposien und Kongressen aller Art teil. Um so beeindruckender ist es für mich, wie hier in wenigen Jahren ein Branchentreff etabliert werden konnte, der für Restrukturierungexperten mittlerweile zum Pflichtprogramm gehört. Dazu mögen angenehmes Ambiente und malerische Alpenkulisse auch beitragen - den Ausschlag aber geben die inhaltlich attraktiven Vortrags- und Diskussionsprogramme, die unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Exler jedes Jahr aufs Neue den Nutzwert der Kufstein-Reise garantieren.
Dr. Hans-Jürgen Hillmer, Inhaber eines fachwissenschaftlichen Redaktionsbüros für Betriebswirtschaft und Steuern
      
"Mit seiner professionellen Organisation und Moderation treibt Professor Exler die Teilnehmerzahlen von Rekord zu Rekord. Ein toller Rahmen für den Austausch mit Bankern, Beratern und Insolvenzverwaltern aus dem deutschsprachigen Raum und eine gute Gelegenheit, die eigene Perspektive auf den Prüfstand zu stellen. Die bunte Mischung aus rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Themen bei einem fairen Preis-/ Leistungsverhältnis unterscheidet sich wohltuend von anderen Symposien. Weiter so!"
Matthias Mickmann, Direktor KreditConsult bei der Sparkasse Nürnberg
   
„Auch heuer war das Symposium wieder eine sehr interessante, facettenreiche und bestens organisierte Veranstaltung, die aktuelle Entwicklungen und Trends der Restrukturierung aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtete. Neben informativen und kurzweiligen Vorträgen bot das Symposium viele Gelegenheiten zum Networking und Erfahrungsaustausch.
Prof. Dr. Christine Mitter, Fachhochschule Salzburg   

IMPRESSIONEN
     

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