Hero in disguise?

12.07.2018 |
Forschung
A case study on a ringleader’s doping code

Laufzeit: 08/2017-07/2018
Projektmitarbeiterinnen: Claudia Stura & Linda Johnston (Kennesaw State University)

"Es gibt einen Punkt im Leben eines jeden Menschen, an dem er sagt: Genug ist genug" (Armstrong, 2012). Mit diesen Worten beendete Lance Armstrong nach dreizehn Jahren seinen Kampf gegen die US-Anti-Doping-Agentur. In einem 202 Seiten langen Bericht der USADA wurde Armstrong beschuldigt, ein Anführer des systematischen Dopings im Spitzensport zu sein. In der Konsequenz musste er seine sieben Tour de France – Titel sowie alle weiteren Preise und Auszeichnungen ab 1998 zurückgeben.

Im Zentrum des größten Dopingskandals der Sportgeschichte scheint sich dieser Fall von Anderen zu unterscheiden. Während sich Armstrong in der Gesellschaft gern als Held porträtierte, hat er nicht nur leistungssteigernde Mittel verwendet, sondern auch seine Teamkollegen veranlasst, dasselbe zu tun. Dieser Fall zeigt eindrucksvoll, wie Doping nicht nur eine institutionalisierte Aktivität ist, sondern auch von Individuen aufgebaut und systematisch gesteuert werden kann. Daher befasste sich diese Studie damit, wie Armstrong seine Umgebung manipuliert und kontrolliert hat sowie welche Charaktereigenschaften seine Handlungen motiviert haben. Berichte, Interviews, Gespräche und anderen Massenmedien in Print-, Online- und Filmformat wurden anhand der narrativen Analyse sowie der qualitativen Inhaltsanalyse untersucht.