Lukas Höck, Studierender der Kufsteiner Fachhochschule, untersuchte in seiner Bachelorarbeit die Potenziale der Elektromobilität.
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Lukas Höck, Studierender der Kufsteiner Fachhochschule, untersuchte in seiner Bachelorarbeit die Potenziale der Elektromobilität.

Studierender der FH Kufstein Tirol erstellte eine maßgeschneiderte wirtschaftliche Analyse für den Bezirk Kufstein

02.07.2020 |
Forschung
Lukas Höck erforschte im Rahmen seiner Bachelorarbeit den Status Quo der Elektromobilität. Als baldiger Energiewirtschaft-Absolvent gibt er einen Einblick in seine Abschlussarbeit und zeigt die Zukunftschancen sowie Herausforderungen der E-Mobilität auf.

Das Thema seiner Bachelorarbeit wurde in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Wörgl GmbH gewählt, hier ist er aktuell als Projektassistent der Innovations- und Nachhaltigkeitsabteilung tätig. Die Betreuung der Arbeit fand durch DI (FH) Peter Teuschel von den Stadtwerken Wörgl und Prof. (FH) Dr.-Ing. Woyke Wolfgang, Professor für Energiewirtschaft an der Kufsteiner Fachhochschule statt.
„Der Geschäftsführer, Mag. (Fh) Reinhard Jennewein, hat mich richtungsgebend zu meinem Thema geführt, denn er besitzt nicht nur die Fähigkeit Trends früh zu erkennen und richtig zu bewerten, sondern durch seine geschärfte Weitsicht auch Entwicklungen vorherzusehen. Anhand einer Case Study wurde das Potenzial dieses Themenbereiches erhoben und die Weichen für den Start der Arbeit gestellt“, berichtet Höck dankbar von der guten Zusammenarbeit.

Eine weitere Motivation zur Themenwahl fand der Studierende in der Bedeutung von Nachhaltigkeit und Mobilität seines Bachelorstudiums an der FH Kufstein Tirol: „Ich sehe die Integration von Nachhaltigkeit und Mobilität als essentiell wichtig, da die Mobilität noch großes Forschungspotenzial aufweist und etwaige Raffinessen gebraucht werden, um die kommenden Problemstellungen zu lösen. Die Nachhaltigkeit wird in der Energiewende großgeschrieben und verschafft den Bachelor-AbsolventInnen ein breiteres Berufsspektrum.“

Nachhaltigkeit und Mobilität sind Schwerpunktmodule im Studiengang Energiewirtschaft (neu: Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement*), die den Studierenden regionale Energiekonzepte sowie innovative Mobilitätskonzepte vermitteln und somit zu gefragten Fachkräften in diesem Sektor ausbilden.

  • Interessierte für Umwelt-, Energie- und Mobilitätsthemen treffen mit diesem Studiengang genau die richtige Wahl. Online-Bewerbungen für das kommende Wintersemster sind noch bis zum 06. September 2020 möglich!

Hauptbestandteile und Besonderheit der Abschlussarbeit

In der Arbeit beschreibt Höck vorweg den aktuellen Stand der Technik der Elektromobilität in Österreich und geht auf die Charakteristika der Antriebskonzepte und Akkumulatoren detailliert ein: „Nach Abschluss des allgemeinen Teils wurde anhand mehrerer Datenauswertungen das durchschnittliche Wörgler Mehrpersonenhaus erörtert und mit Modelllastflussberechnungen etwaige Netzauswirkungen erhoben. Im Hauptteil befasst sich meine Arbeit mit einer Wirtschaftlichkeitsanalyse des Ladeinfrastruktur-Contractings. In diesem Hauptkapitel wurde ein innovatives Geschäftsmodell untersucht und wichtige Aspekte hinsichtlich betriebswirtschaftlicher Hauptmerkmale dargelegt. Um die Grundlagen für ein Ladeinfrastruktur-Contracting-Projekt darzulegen, wurde mittels der Monte-Carlo-Methode eine Kostenrechnung erstellt und in Verbindung mit einem Tarifmodell eine dynamische Amortisationrechnung angefertigt. Eine SWOT-Analyse rundet dieses Kapitel ab. Zum Ende meiner wissenschaftlichen Arbeit wurden die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeit beschrieben“.

„Der Zusammenschluss zwischen Technik und Wirtschaft ist im Studium, als auch in meiner Bachelorarbeit sehr gut gelungen. Meiner Meinung nach ist es wegweisend, beide Seiten zu analysieren und hier liegt wahrscheinlich auch die Besonderheit meiner Arbeit“, erläutert der baldige Energiewirtschaft-Absolvent.

Potenzial und Zukunftsausblick

Lukas Höck hat in seiner Arbeit abschließend das vorhandene Potenzial und einen Blick in die Zukunft herausgearbeitet: „Der Ausbau an bedarfsgerechter Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge muss mit dem E-Fahrzeug-Bestand einhergehen oder im besten Fall vorauseilen. Dabei werden zusätzliche Anforderungen durch die steigenden Fahrzeugzahlen an das Stromnetz gestellt und Netzbetreiber sind in der Pflicht, dieses Nachfragenovum richtig zu beurteilen und zu adaptieren. Die Integration der Ladeinfrastruktur in das bestehende Verteilnetz bietet großes Potenzial hinsichtlich neuer Geschäftsmodelle und Ladestrommanagement“.

„Infolge meiner Recherche bin ich davon überzeugt, dass sich unser gewohntes Straßenbild stark ändern wird, denn der Verkehrssektor in Österreich zählt zu den größten Emittenten von Treibhausgas-Emissionen. Sofern sich die Akkutechnologien samt Recyclingmaßnahmen weiterentwickeln, der Abbau an Rohstoffen für die Batterieherstellung nachhaltig gestalten lässt und die Bewusstseinsbildung voranschreitet, wird sich meiner Meinung nach die Elektromobilität etablieren. Die Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten wie z.B. Elektro- und Wasserstofffahrzeuge, bieten uns die Möglichkeit mit sauberer Energie eine Strecke ohne jeglichen Ausstoß von Schadstoffen und Treibhausgasen zurückzulegen. Es wäre wünschenswert, wenn das E-Car im Automobilsektor zukünftig eine ähnliche Marktdurchdringung wie das E-Bike in der Fahrradbranche erreicht“, so Höck. 

Mehrwert für den Kufsteiner Bezirk

Die nun vorliegenden Ergebnisse der Arbeit wurden als Entscheidungsgrundlage und Fundament für das neue Ladeinfrastrukturcontractingmodell genutzt. Die technische Betrachtung wurde anhand des Standorts Wörgl durchgeführt, das wirtschaftliche Modell soll nach Fertigstellung im Bezirk Kufstein und später im Tiroler Unterland eingesetzt werden.  „Ziel dieser Arbeit war, darzustellen, welche technischen Auswirkungen die Elektromobilität auf das öffentliche Stromnetz in Wörgl hat. Dabei wurde das Augenmerk auf die Leistungs- und Energiezunahme gelegt. Das untersuchte Geschäftsmodell kann ein zusätzliches Standbein der österreichischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen bieten und den Ausbau der Elektromobilität fördern. Dabei wurde eine maßgeschneiderte wirtschaftliche Analyse über den Bezirk Kufstein angefertigt“, resümiert Höck seine Bachelorarbeit.

* vorbehaltlich der Akkreditierung durch die AQ Austria

Lukas Höck, baldiger Absolvent des Bachelorstudiengangs Energiewirtschaft. Foto: Lukas Höck